"Ahoi! Klas Nielsen und Peter Jehann!

Kiekt nach, ob wi noch nich to Mus sind!

Ji hewt doch gesehn den Klabautermann?

Gottlob, dat wi wedder to Hus sind!"

Die Fischer riefen′s und stießen ans Land

Und zogen die Kiele bis hoch auf den Strand,

Dumpf an rollten die Fluten;

Han Jochen aber rechnete nach

Und schüttelte finster sein Haupt und sprach:

"Een Boot is noch buten!"

 

Und ernster keuchte die braune Schar

Dem Dorf zu über die Dünen;

Schon grüßten von fern mit zerzaustem Haar

Die Fraun an den Gräbern der Hünen.

Und "Korl!" hieß es und "Leiw Marie!"

"′t is doch man schön, dat ji wedder hie!"

Dumpf an rollten die Fluten.

"Und Hinrich, min Hinrich? Wois is denn dee?!"

Und Jochen wies in die brüllende See:

"Een Boot is noch buten!"

 

Am Ufer dräute der Möwenstein,

Drauf stand ein verrufnes Gemäuer,

Dort schleppten sie Werg und Strandholz hinein

Und gossen Öl in das Feuer.

Das leuchtete weit in die Nacht hinaus

Und sollte rufen: O komm nach Haus!

Dumpf an rollen die Fluten.

Hier steht dein Weib in Nacht und Wind

Und jammert laut auf und küßt dein Kind:

"Een Boot is noch buten!"

 

Doch die Nacht verrann, und die See ward still,

Und die Sonne schien in die Flammen,

Da schluchzte die Ärmste: "As Gott will!"

Und bewußtlos brach sie zusammen!

Sie trugen sie heim auf schmalem Brett,

Dort liegt sie nun fiebernd im Krankenbett,

Draußen plätschern die Fluten;

Dort spielt ihr Kind, ihr "lütting Jehann",

Und lallt wie träumend dann und wann:

"Een Boot is noch buten!"


Das Gedicht "Een Boot is noch buten!" stammt von   (1863 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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