Ob gleich Cloridalis auf ihre Marmor-Kugeln,

Die, wie ein ieder sagt, der Himmel selbst gewölbt,

Und auf ihr Angesicht, das Sternen gleichet, trozt,

Ob schon, wie sie vermeynt, des Paris goldner Apfel

Vor sie allein gemacht, ob gleich viel altes Silber

In ihrem Kasten ruht, doch ists ein eitler Wurf,

Den sie nach mir gethan; ich bin gleichwie ein Felß,

Und lieb ein kluges Buch mehr als der Venus Gürtel.

 

Die Liebe reimet sich so wenig mit Minerven,

Als eine Sterbe-Kunst zu Karten und zu Würffeln,

Das Braut-Bett in die Gruft, Schalmeyen zu der Orgel,

Ein Mägdchen und ein Greiß, als Pferde zu den Eseln,

Als Meßing zum Smaragd, als Rosen zu den Disteln,

Als diese Verse selbst, ja fast noch weniger.


Das Gedicht "Ungereimtes Sonnett" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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