Nacht, mehr denn lichte Nacht! Nacht, Lichter als der Tag!

Nacht, heller als die Sonn, in der das Licht geboren,

Das Gott, der Licht, in Licht wohnhaftig, ihm erkoren!

O Nacht, die alle Nächt und Tage trotzen mag!

 

O freudenreiche Nacht, in welcher Ach und Klag

Und Finsternis und, was sich auf die Welt verschworen,

Und Furcht und Höllen-Angst und Schrecken ward verloren!

Der Himmel bricht, doch fällt nunmehr kein Donnerschlag.

 

Der Zeit und Nächte schuf, ist diese Nacht ankommen

Und hat das Recht der Zeit und Fleisch an sich genommen

Und unser Fleisch und Zeit der Ewigkeit vermacht.

 

Der Jammer trübe Nacht, die schwarze Nacht der Sünden,

Des Grabes Dunkelheit muß durch die Nacht verschwinden.

Nacht, Lichter als der Tag! Nacht, mehr denn lichte Nacht!


Das Gedicht "Über die Geburt Jesu" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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