Kein Freud ist ohne Schmerz, kein Wollust ohne Klagen,

Kein Stand, kein Ort, kein Mensch ist seines Kreuzes frei.

Wo schöne Rosen blühn, stehn scharfe Dorn dabei,

Wer außen lacht, hat oft im Herzen tausend Plagen,

 

Wer hoch in Ehren sitzt, muß hohe Sorgen tragen,

Wer ist, der Reichtum acht′ und los von Kummer sei?

Wer auch kein′ Kummer hat, fühlt doch, wie mancherlei

Traurwürmlin seine Seel und matte Sinn durchnagen.

 

Ich sag es offenbar, so lang der Sonnen Licht

Vom Himmel hat bestrahlt mein bleiches Angesicht,

Ist mir noch nie ein Tag, der ganz ohn Angst, bescheret!

 

O Welt, du Tränental, recht selig wird geschätzt,

Der, eh er einen Fuß hin auf die Erden setzt,

Bald aus der Mutter Schoß ins Himmelslusthaus fähret.


Das Gedicht "Kein Freud ist ohne Schmerz..." stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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