Der Mensch, das Spiel der Zeit, spielt, weil er allhie lebt

im Schauplatz dieser Welt; er sitzt, und doch nicht feste.

Der steigt, und jener fällt, der suchet die Paläste

und der ein schlechtes Dach; der herrscht, und jener webt.

 

Was gestern war, ist hin; was itzt das Glück erhebt,

wird morgen untergehn; die vorhin grüne Äste

sind nunmehr dürr und tot; wir Armen sind nur Gäste,

ob den′ ein scharfes Schwert an zarter Seide schwebt.

 

Wir sind zwar gleich am Fleisch, doch nicht vom gleichem Stande:

Der trägt ein Purpurkleid, und jener gräbt im Sande,

bis nach entraubtem Schmuck der Tod uns gleiche macht.

 

Spielt denn dies ernste Spiel, weil es die Zeit noch leidet,

und lernt, dass wenn man vom Bankett des Lebens scheidet,

Kron, Weisheit, Stärk und Gut sei eine leere Pracht!


Das Gedicht "Ebenbild unseres Lebens" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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