...Oder den II. der Zukunfft Christi/ Luc. 21

 

Schau′t schau′t ihr Völcker schau′t/ die schweren Wunder-Zeichen!

Das grosse Firmament/ der Himmel Krafft zubricht/

Der Monden steht in Blutt/ es schwind′t der Sternen Licht

Man siht die klare Sonn in hellem Tag erbleichen.

Die auffgeschwellte See wil über Berge reichen/

Wer hört der Winde Gri i/ der Lüffte Rasen nicht?

Ein ieder Mensch verschmacht/ vnd weiß nicht was er spricht

Vor grosser Hertzens Angst. Die rauen Felsen weichen.

Auch zittert Berg′ vnd Thal. O Herr der Herrligkeit

Der du in Feur′ die Welt zu richten dich bereit.

Hilff/ daß ich ja mein Hertz mit Sünden nicht beschwere!

Weck auff Herr/ wenn mich Sorg vnd Sicherheit anfält/

Daß/ wenn dein harter Zorn einbricht die grosse Welt/

Mich nicht der Donnerstral deß letzten Tag′s verzehre!


Das Gedicht "Auff den Sontag deß wider erscheinenden Richters" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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