O Fewer wahrer lieb! O brun der gutten gaben!
O Meister aller kunst! O Höchste Heilikeit!
O dreymall grosser Gott! O lust die alles leid
Vertreibt! O keusche taub! O furcht der Hellen raben!
Die/ ehr das wüste meer/ mit bergen rings vmbgraben/
Ehr luft vnd erden ward/ ehr das gestirnste kleid
Dem himmell angelegt/ ja schon vor ewikeit
Die zwey die gantz dir gleich/ von sich gelassen haben.
O weisheit ohne maaß; O reiner Seelen gast/
O tewre gnaden quell′/ O trost in herber last!
O regen der in angst mitt segen vns befeuchtet!
Ach laß ein tröpfflin nur von deinem lebens-taw
Erfrischen meinen Geist. Hilff das ich doch nur schaw′
Ein füncklin deiner glutt; so bin ich recht erleuchtet.
Das Gedicht "An Gott den Heiligen Geist" stammt von Andreas Gryphius (1616 - 1664).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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