XXXIV.

 

Ein Brand-Pfall und ein Rad / Pech / Folter / Bley und Zangen /

Strick / Messer / Hacken / Beill / ein Holtzstoß und ein Schwerdt

Vnd sidend Oel / und Bley / ein Spiß / ein glüend Pferd /

Sind den’n nicht schrecklich die was schrecklich / nicht begangen.

 

Wer umb die Tugend leid’t / umb recht-thun wird gefangen

Vnd wenn es Noth sein Blutt / doch ohne Schuld gewehrt

Dem wird für kurtze Pein unendlich Preiß beschert /

Er wird den Ehren-Krantz / der nicht verwelckt erlangen.

 

Er lebt in dem er stirbt / er steigt in dem er fällt /

Er pocht was tödtlich ist und trotzt die grosse Welt /

Vnd küst die Ewigkeit die er ihm anvertrauet.

 

Hat nicht der höchste selbst sein höchstes Wunderwerck

Auff Salems Schädelberg vollbracht in höchster Stärck?

Der ist kein rechter Christ / dem für dem Creutze grauet.


Das Gedicht "An einen unschuldig Leidenden" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte