XXXV.

 

Ob zwar eur eigen Lob hir gar nicht ist zu schauen /

So nemt doch von mir an / was diser Feder Pflicht

Vnd meine Pieris hat andern auffgericht /

Die ihr nur übertrefft / O Crone der Jungfrauen.

 

Die Schrancken sind zu klein; dem heiligen Vertrauen /

Der Demut / der Vernunfft / der Tugend hellem Licht

Dem keusch und sitsam seyn / dem himmlischen Gesicht

Kan in so kurtzer Schrifft ich kein’ Altar auffbauen.

 

Vnd fing ich dennoch an / wo bliebe der Verstand

Die Jugend / das Geschlecht / des hohen Glückes Pfand /

Der Mutter Freundligkeit / des Vatern hohe Sinnen

 

Vnd beyder teurer Ruhm / der gantz euch einverleibt?

Vnd was noch mehr / ein Geist wie frey er immer schreibt?

Wie hoch er immer geht / nicht recht hat preisen können.


Das Gedicht "An eine Jungfrau" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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