Was ist an Euch/ das Ihr Ewr eigen möget nennen?

Die Zähne sind durch Kunst in leeren Mund gebracht;

Euch hat der Schmincke dunst das Antlitz schöngemacht/

Daß Ihr tragt frembdes Haar/ kan leicht ein jederkennen/

Vnnd daß Ewr Wangen von gezwungner Rötebrennen/

Ist allen offenbahr/ deß Halses falsche Pracht/

Vnd die polirte Stirn wird billich außgelacht,

Wenn man die salben sich schawt vmb die Runtzelntrennen.

Wenn diß von aussen ist/ was mag wol in Euchsein/

Alß List vnd Trügerey/ Ich bild mir sicher ein/

Daß vnter einem Haupt/ das sich so falsch gezieret/

Auch ein falsch Hertze steh/ voll schnöderheucheley.

Sambt eim geschminckten Sin vnd Gleißnereydarbey/

Durch welche (wer Euch trawt) wird jammerlichverführet.


Das Gedicht "An eine Geschminckte" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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