Kleinod, das als blondes Wölkchen

Einst an meinem Himmel stand,

Einst ein Ring der goldnen Krone,

Die ums Haupt ihr Schönheit wand!

 

Deucht mir nur ein welkes Blättlein,

Im verfloßnen Lenz gepflückt,

Das in bangen Winterstunden

Mir den Lenz vors Auge rückt.

 

Und so wird gar oft im Leben,

Was uns längst die Zeit entrafft,

Neu im kleinen uns gegeben,

Fesselnd mit verjüngter Kraft;

 

So ein Blatt nur von dem Baume,

Der einst Liebende umwallt!

So ein Bild nur aus dem Traume,

Welcher der Geliebten galt!


Das Gedicht "Die Haarlocke" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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