Du Grabesrose wurzelst wohl

In ihres Herzens Schooß,

Und ihres ew′gen Schlafes Hauch

Zog deine Keime groß.

 

Du saugest Gluth und Lebenskraft

Aus ihres Herzens Blut,

Sie gab ja Freude stets und Lust

Und gibt′s noch, wenn sie ruht.

 

Dein Lächeln und dein Duften stahlst

Und schlürftest du aus ihr,

Den rothen Kelch, den formtest du

Aus ihren Wangen dir;

 

Die Purpurblätter sogest du

Aus ihrem süßen Mund,

Drum sind sie auch so roth und lind,

So duftig und so rund.

 

Sie gab dir Blätter, Farb′ und Duft,

Gab Gluth und Leben dir,

Woher doch nahmst die Dornen du?

Die kommen nicht von ihr! –

 

Willkommen denn und bleibe mein!

Wenn Haß und Nacht mir droht,

Erinn′re mich dein Flammenkelch

An Lieb′ und Morgenroth.


Das Gedicht "Die Grabrose" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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