Sinnend saß ich einst im Stübchen,

Kam zu mir ein lieber Freund,

Freude glänzt′ auf seinen Wangen,

Doch das Auge hat geweint.

 

"Sprich, o Freund, kennst du die Liebe,

Kennst du ihre Gluten nicht?

Ist ihr Strahl des Unglücks Fackel

Oder segnend Friedenslicht? -"

 

Doch ich wußt′ ihm′s nicht zu sagen,

Ob sie Unglück oder Glück?

Glück! rief seiner Wange Lächeln,

Unglück! rief sein Tränenblick.

 

Und als Tag′ und Monde schwanden,

Glomm auch mein Herz hell und loh

"Liebe ist′s!", rief′s mir im Busen,

"Nur die Liebe zündet so!"

 

Und ihr meint, käm′ er jetzt wieder,

Könnt′ ich ihm′s enträtseln auch:

Ob die Liebe Segensodem,

Oder ob Vernichtungshauch?

 

Traun! noch könnt′ ich′s ihm nicht künden,

Ob sie Unglück oder Glück?

Glück! sagt meiner Wange Lächeln,

Unglück sagt mein Tränenblick.


Das Gedicht "Glück oder Unglück" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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