Eine Brücke kenn’ ich, Liebchen,

Drauf so wonnig sich’s ergeht,

Drauf mit süßem Balsamhauche

Ew’ger Frühlingsodem weht.

 

Aus dem Herzen, zu dem Herzen

Führt der Brücke Wunderbahn,

Doch allein der Liebe offen,

Ihr alleinig unterthan.

 

Liebe hat gebaut die Brücke,

Hat aus Rosen sie gebaut!

Seele wandert drauf zur Seele,

Wie der Bräutigam zur Braut.

 

Liebe wölbte ihren Bogen,

Schmückt’ ihn lieblich wundervoll;

Liebe steht als Zöllner droben,

Küsse sind der Brückenzoll.

 

Süßes Mädchen, möchtest gerne

Meine Wunderbrücke schau’n?

Nun es sei, doch mußt du treulich

Helfen mir, sie aufzubau’n.

 

Fort die Wölkchen von der Stirne!

Freundlich mir ins Aug’ geschaut!

Deine Lippen leg an meine:

Und die Brücke ist erbaut.


Das Gedicht "Die Brücke" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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