1848. 1849.

 

Wie hat im letzten Märzen

Der Sonnenbrand gekocht,

Wie habt ihr deutschen Herzen

Gelodert und gepocht!

Eu′r Pochen, das zermalmte

Die ehrnen Götzen im Fall,

Von eurem Lodern qualmte

Zerschmelzend Kronmetall.

 

Und Frankfurt hieß die Esse,

Dort steigt aus Flammen wohl,

Daß sich′s in Formen presse,

Der neuen Zeit Symbol;

Die Gluth verzehrt den Flitter,

Womit sich Schmach umhing,

Und schmilzt die Trümmer und Splitter

Zum mächt′gen Einheitsring.

 

Im neuen Märzen ging es

Aus dunkler Form zu Tag:

Da statt des mächt′gen Ringes

Ein machtlos Krönchen lag.

Ein Schrei erscholl im Lande:

Weh, ein mißrathner Guß!

Solch′ ungeheurem Brande

So jammervoller Schluß!

 

Dieß Mißgeschick zu heilen

Erlahmt noch manche Hand;

Lang müßt ihr feilen, feilen

Die Zacken vom Kronenrand,

Wenn nicht, sie umzuschmelzen,

Aufs neu es lodern muß

Und eherne Wogen wälzen

Zu neuem, bessern Guß!


Das Gedicht "Deutsche Kaiserkrone" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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