Heimwärts kam ein Klephte aus dem Kampfe,

An die Brust sinkt ihm die treue Gattin,

Und zwei Knaben frisch und freudig rufen:

»Gott grüß’, Vater! dachtest du auch unser?«

Doch das dritt’ und kleinste in der Wiege

Streckt die zarten Händchen ihm entgegen.

 

Und er spricht zum Knäblein in der Wiege:

»Armer Schalk, mich dauert deine Blöße,

Brachte Stoff, zu decken deine Nacktheit,

Mütterchen soll Windeln draus dir schneiden.«

Zog aus dem Tornister einen Turban.

 

Dann zum zweiten sprach er lächelnd also:

»Gern, ich weiß es, spielst du mit dem Balle,

Habe dir gebracht drei runde Bälle,

Bring’ viel solcher Bäll’ einst deinen Söhnen

Und hoch in die Lüfte laß sie fliegen!«

Und er zog heraus drei Türkenschädel.

 

Küßt dann auf die Stirn den dritten, ält’sten,

Schnallt ein blankes Schwert ihm um die Lenden,

Hängt ihm eine Büchse auf die Schultern,

Also sprechend: »Auf, wir ziehn zusammen!

Freut, ihr Andern, euch auf unsre Rückkehr!

Doppelt wiegt die Beute, die wir bringen,

Windeln für die Kinder von zehn Dörfern,

Bälle für die ganze Nachbarschaft.«


Das Gedicht "Des Klephten Gaben" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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