Oft des Tags und oft des Abends

Wall’ ich an das Ziel der Sehnsucht,

Aus der Stadt durchtobten Straßen

In der Vorstadt still’re Welt.

 

Ueber unsres Stromes Brücke

Zieh’ ich hin mit raschem Schritte,

Wie ein Geist so still und schweigsam

Durch den lärmend lauten Schwarm.

 

Und dann rechts? – ach nein, zur Linken!

Seht, kaum weiß ich mehr es selber;

Dann grad fort? – ach nein, zur Rechten,

Um die Ecke rasch gewandt!

 

Seltsam! – ging ich nie doch irre

Auf der schönen heil’gen Wallfahrt;

Dennoch, Freunde, kann ich nimmer

Künden euch den Weg dahin.

 

Kann kein Häuschen an der Straße

Zeichnen euch mit sichern Händen.

Also kennt man wohl die Sterne,

Aber nicht den Weg dahin!


Das Gedicht "Der Besuch" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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