Fern vom Granatenhaine

Steht ein Granatenbaum,

Er grünt und blüht ganz einsam

Hart an des Meeres Saum.

 

Und ob ihm aus der Erde

Auch Keim und Nahrung quoll,

Doch neigt er Stamm und Aeste

Zum Meere sehnsuchtsvoll.

 

Er spiegelt sich so gerne

Im klaren Wellenschein,

All’ seine Blüthen und Blätter

Streut er ins Meer hinein.

 

Ach, was am meisten schade,

Die saft’gen Aepfel von Gold,

Er streut ins Meer sie alle,

Aufs Land nicht einer rollt!

 

Dieß Thun nimmt mich nicht Wunder,

Doch wundert eins mich, traun:

Daß man den Nutzenlosen

Nicht längst schon umgehau’n.

 

Seejungfrauen haben die Blüthen

Froh ihren Locken gesellt,

Und spielen mit gold’nen Aepfeln

Der lichten Oberwelt.


Das Gedicht "Der Granatbaum" stammt von   (1808 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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