Fliegt nun weiter, liebe Lieder!

Kleine Seelen meiner Seele!

Singt den hohen Sang der Freiheit

Ringsumher mit süßer Kehle!

 

Ach, ihr seid verbot′ne Lieder!

Euer Sang hat mächt′ge Tadler:

Gift′gen Blickes, scharfer Kralle

Harren eurer schon die Adler.

 

Sie, die in den Wolken thronen,

Deckten gern den Strahl der Sonne,

Daß in Blüthen und in Liedern

Nicht erwacht der Freiheit Wonne.

 

Doch, wie sie euch gier erfassen,

Was euch Gott durch mich gegeben

Werden sie euch nimmer rauben:

Eures Lebens höh′res Leben!

 

Denn vom höchsten Geist getrieben.

Folgt ihr auf aus meinem Herzen.

Seine ew′gen Reime singend:

Schmerz in Scherzen, Scherz in Schmerzen.

 

Darum singt den Sang der Freiheit!

Steckt ihr auch in Adlerskrallen,

Werden doch in Tausend Seelen

Eure Töne wiederhallen.


Das Gedicht "Zuruf" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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