Jetzt wollen wir mal singen

Das nagelneue Lied,

Von einem schmucken Junker, -

Ei, ei, vom schmucken Junker!

Der sich in Zwei verliebt.

 

Die Eine war die Freiheit,

Die Zweit' die Höferei;

Die Freiheit ließ er fahren, -

Ei, ei, die ließ er fahren!

Und schwur der Höferei.

 

Die Höferei frägt leise:

Warst du und bleibst mir treu?

»Der Schwarze soll mich holen, -

Ei, ei, der soll ihn holen!

Ich war und bleib' dir treu!«

 

Jetzt kriegt er Orden, Degen

Und glänzendes Gewand;

Es dauert kaum drei Tage, -

Ei, ei, kaum dreier Tage!

Da reicht sie ihm die Hand.

 

Doch an dem Hochzeitsfeste,

Just bei der Tafellust,

Da kam der schwarze Satan, -

Ei, ei, der schwarze Satan!

Und packt ihn bei der Brust.

 

»Den Eid hast du gebrochen,

Verlassen deine Braut!

Der Freiheit bist verlobet, -

Ei, ei, der bist verlobet!

Der Höferei getraut.«

 

So nahm er ihn beim Kragen

Und fuhr mit ihm hinaus;

Die Wittwe aber lachte, -

Ei, ei, die Wittwe lachte!

Die stummen Gäste aus.

 

Und ist mein Mann zur Höllen,

Hab' ich doch Gold und Pracht!

Und mehr als hundert Buhlen, -

Ei, ei, als hundert Buhlen!

Bei Tage und bei Nacht!


Das Gedicht "Bestrafte Falschheit" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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