Und laßt mir ja den Stöpsel knallen,

Wenn ihr der Erde Nektar trinkt!

Wie unser Jubel muß es schallen,

Wenn von dem Geist die Fessel springt.

Der Liebe Born, der Freiheit Born,

Er schäumt wie unser edle Zorn!

Champagnerlust, Champagnersang!

Dem Alten droben unsern Dank!

Hinunter, rasch hinunter,

Das Herz wird schon so munter!

Hinunter edles Musengold,

Hinunter süßer Sängersold,

So feurig, lieblich und so hold,

Du Stern, wenn böser Donner rollt,

Und Alles, Alles, was ihr wollt!

Hinunter, hinunter!

Das Herz ist schon so munter.

 

Er zischt, wie unsere Feinde zischen,

Wenn uns die freie Göttin winkt,

Und aus dem Quell, dem immerfrischen,

Begeisterung die Seele trinkt.

O blühend, blühend Zauberreich!

Hier ist der Mensch dem Menschen gleich!

Champagnerlust, Champagnersang!

Wir achten keinen Ruhm und Rang!

Hinunter, rasch hinunter,

Im Kopfe wird es bunter!

Hinunter edles Musengold,

Hinunter süßer Sängersold,

So feurig, lieblich und so hold,

Du Stern, wenn böser Donner rollt,

Und Alles, Alles, was ihr wollt!

Hinunter, hinunter!

Im Kopf' wird's immer bunter.

 

Sprengt eine neue Fessel wieder,

Das ist die höchste Erdenlust!

Es perlt der Wein wie süße Lieder

Aus unsrer wonnevollen Brust.

Nun giebt es keinen Herrscher mehr!

Nun blüht die weite Welt umher!

Champagnerlust, Champagnersang,

Nun sind wir Alle frei und frank!

Hinunter, rasch hinunter,

Den höchsten Stöpsel 'runter!

Hinunter edles Musengold,

Hinunter süßer Sängersold,

So feurig, lieblich und so hold,

Du Stern, wenn böser Donner rollt,

Und Alles, Alles, was ihr wollt,

Hinunter, hinunter!

Den höchsten Stöpsel 'runter!


Das Gedicht "Champagnerlied" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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