Die Raupe auf dem Baume saß,

Und von der Kron' die Blätter fraß -

Ja ja!

Sie war im bunten Kleide,

Als wie von Sammt und Seide,

Ha ha ha ha ha ha!

 

Ein Staatsminister ging vorbei,

Der sah das Thier und sprach: Ei ei!

Ja ja!

Wie konnt' es ihr gelingen?

'S geht nicht mit rechten Dingen!

Ha ha ha ha ha ha!

 

Du unbehülflich dummes Thier!

Ich wundre mich, drum sage mir:

Ja ja!

Wie hast du's unternommen,

Und bist so hoch gekommen?

Ha ha ha ha ha ha!

 

Und als die Raupe blieb nicht stumm,

Da wurd' er roth und dreht sich um.

Ja ja!

Die Raupe hat gesprochen:

Mein Freund, ich bin gekrochen!

Ha ha ha ha ha ha!


Das Gedicht "Die Raupe" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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