(Im Tone des tiefsten Mitleids zu singen.)

 

Solo. Ein Hund, der wollte bellen.

Chor. Ein Hund, der wollte bellen.

Solo. Bellen, knurren!

Chor. Murren, blaffen!

Ein Hund, der wollte bellen.

 

Solo. Der Hausherr wollt′s nicht dulden.

Chor. Der Hausherr wollt′s nicht dulden.

Solo. Dulden, leiden!

Chor. Wollen, wißen!

Der Hausherr wollt′s nicht dulden.

 

Solo. Canaille, bell′ gen Andre!

Chor. Nicht gegen mich, gen Andre!

Solo. Belle, blaffe

Chor. Gegen Andre!

Sonst halte deine Schnauze!

 

Solo. Er gab dem Hund den Maulkorb.

Chor. Er gab dem Hund den Maulkorb.

Solo. Maulkorb, Censur,

Chor. Censur, Maulkorb,

Er gab dem Hund den Maulkorb.

 

Solo. Dann ist das Thier gestorben.

Chor. So gut, als wie gestorben.

Solo. Gestorben, verschieden,

Chor. Verrecket, crepiret,

Dann ist das Thier gestorben.

 

Solo. Sie setzten ihm ein Denkmal.

Chor. Natürlich wohl ein Denkmal.

Solo. Denkmal, Monument,

Chor. Grabstein, Leichenstein,

Sie setzten ihm ein Denkmal.

 

Solo. Darauf da stand geschrieben,

Chor. Darauf da stand geschrieben,

Solo. Gekritzelt, geklieret,

Chor. Gegraben, geschmieret,

Darauf da stand geschrieben:

 

Der arme Hund, der ist nun todt,

Den Hausherrn holt die Schwerenoth!

Wir wollen′s ihm hiermit nur sagen,

Daß wir nicht mehr den Maulkorb tragen!


Das Gedicht "Wie der Hund knurren und bellen wollte" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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