Herr Gott, deß Werde

Rief diese Erde!

Vater im Himmel;

In jeder Menschenbrust,

Im blumigen Gewimmel

Der Frühlingslust,

Auf der Berge Gipfel,

In der Bäume Wipfel,

Droben im Sternenheer,

Unten im Weltenmeer,

Ueberall lebst du,

Ueberall webst du!

Im Waldes Rauschen,

Beim Liebetauschen,

Aus des Donners Schall,

Aus dem Liede der Nachtigall,

Am stillen Grabe dort,

Aus freien Mannes Wort,

In der stummen Nacht

Und wo man herzt und lacht

Sprichst Du mich an und tröstest mich!

Herr Gott, ich liebe und preise Dich!


Das Gedicht "Mein Gebet" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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