Wächter! Wächter!! wird er hören?
Ist er nicht mehr in den Gassen?
Hat er uns mit seinem Horne
Und dem scharfen Spieß verlassen?
Jetzt, wo noch die Diebe schleichen,
Hätt' er sich davon gemacht?
Sah' er schon den Tag der Freiheit
Mitten in der trüben Nacht?
Wächter! Wächter!! Sicher schläft er,
Wie's die Wächter alle pflegen;
Weil ich ihn so liebte, weck' ich
Den blasirten Freund, den trägen.
Feuer! Feuer! Wächter helfe!
Stoße wieder in Dein Horn!
Bläst du nicht, so wird man glauben,
Daß Dir zwei gewachsen vorn!
Das Gedicht "Der cosmopolitische Nachtwächter" stammt von Adolf Glaßbrenner (1810 - 1876).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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