Schon ist Mitternacht vorüber.

Draußen flötet Philomele;

Wünsche, Hoffnungen, Gedanken

Ziehen wirr durch meine Seele.

 

Wogend Herz, gib dich zur Ruhe,

Laß' die Sehnsucht endlich hafen!

Laß' den Steuermann, den Denker,

Laß' den müden Sänger schlafen!

 

Aber immer wilder wogt es,

Höher schlägt es seine Wellen;

Ach, am stumpfen, starren Felsen

Wird mein leichtes Schiff zerschellen!

 

Rettung! Rettung! Weh, verloren!

Weh, der große Mast, er bricht!

Mit dem Schiffe geh' ich unter,

Hilfst du, Gott im Himmel, nicht!

 

Und umher greif' ich verzweifelnd,

Und ergreife das Register

Von den neuen Ordensrittern,

Unterzeichnet vom Minister.

 

Fort sind plötzlich die Gedanken;

Still und ruhig ist's im Herzen,

Endlich, endlich kann ich schlafen!

Und so lösch' ich denn die Kerzen.


Das Gedicht "Halbes Träumen" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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