Hofrath, Stadtrath, Registrator,

Baurath, Kriegsrath, Auskultator,

Supernumerarius,

Marschall, Secretarius,

Geht die alte Leier.

Titel sind nicht theuer!

 

Bänder, blaue, grüne, weiße,

Kreuze, Sterne, Stanisläuse,

Rothe Krebse vierter Klasse,

Eine ungeheure Masse,

Geht die alte Leier.

Orden sind nicht theuer!

 

Edel-, Wohl- und Hochgeboren,

Gnaden und Hochwohlgeboren;

Frau Major und Excellenzen,

Euer Durchlaucht, Eminenzen,

Geht die alte Leier.

Unsinn ist nicht theuer!

 

Möchte, könnte, dürfte, sollte,

Allerhöchst geruhen wollte,

Thunlichst, möglichst, in Betrachtung,

In submissester Erwartung,

Geht die alte Leier!

Die verdammte Leier!

 

Ganz ergeb′ne, treue, schlechte,

Tiefste, unterthän′ge Knechte;

Demuthsvoll und ehrfurchtsvoll!

Nein, sie klingt denn doch zu toll

Die verdammte Leier!

Hol′ euch All′ der Geier!


Das Gedicht "Die alte Leier" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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