Waldesgrün bekleidet strecken

Stolz ihr Haupt, empor zum Himmel

Jene riesig hohen Berge!

Schaun verächtlich auf die Zwerge,

Auf das ämsige Gewimmel

Dort in Dörfern und in Flecken.

 

Denn sie bieten reichen Segen

An Metallen, Holz und Steinen,

Bieten Flüsse, Felder, Früchte,

Und doch sehn sie das Gezüchte

Jammern, hungern, betteln, weinen

Drunten auf den blüh'nden Wegen.

 

Mehr als Thau auf goldnen Auen

Blitzen hier der Armuth Thränen,

Und inmitten üpp'ger Thäler,

Nur zur Wollust ihrer Quäler,

Nackte Menschen unter Thränen

Gier an troknem Brote kauen.

 

Soll ich nun zu schildern trachten,

Wie in Weh mein Herz geschmolzen

Euer elend, elend Leben?

Nein, mag mir es Gott vergeben!

Wie die Riesen dort, die stolzen,

Sclaven! muß ich euch verachten.


Das Gedicht "Deutsche Sclaven" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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