Du lächelst hold beim Morgengruße,

Als ob kein Gram auf Erden sei;

Hold lächelnd schwebst mit leichtem Fuße

Du abends mir im Tanz vorbei.

 

Und doch - die Schwermut ahnen alle,

Die hin durch deine Seele schleicht;

Denn früh den Schwamm voll bittrer Galle

Hat dir die arge Welt gereicht.

 

An Herzen, die verzweifelnd brachen,

Lag deines, bis zum Tod betrübt;

So viel die Menschen dir versprachen

Trug haben sie an dir verübt.

 

So laß die falsche Maske sinken

Und nimm den Festkranz aus dem Haar;

Mag sich das laute Leben schminken,

Die Einsamkeit ist ewig wahr.

 

Gleich gilt vor ihr des Armen Kammer,

Das prachtgeschmückte Fürstenhaus. -

Geh denn und weine deinen Jammer

Im dunklen Stübchen einsam aus.


Das Gedicht "An die Prinzessin E." stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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