Grau der Himmel, grau die Erde,

Grau das weite dürre Land,

Sonn′verbrannte nied′re Sträucher,

Schwarzer Sumpf und heißer Sand;

 

Doch schon weben in der Ferne

Abendnebel, dünn′ und leicht,

Ihre grauen feuchten Schleier

Und die träge Stille weicht.

 

Denn ein mildes kühles Lüftchen,

Wie der reine Athemzug

Eines schlafumfang′nen Kindes,

Hemmt der Vögel matten Flug.

 

Aus den Büschen, still sich regend,

Ein geheimes Flüstern bricht,

Leise klagt′s im Sumpf und silbern

Spiegelt sich das Mondenlicht. -


Das Gedicht "Abendbild" stammt von   (1839 - 1901).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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