I.

Ist dein Leben freudenleer -
Trink' Champagner!
Ist das Herz von Gram dir schwer -
Trink' Champagner!
Hast nicht Wunsch noch Tränen mehr -
Trink' Champagner!
Trink' Champagner! Es bannt die Trauer
Der leichte Franzose, der rosig glüht,
Jagt die sentimentalen Grillen
Aus dem schweren deutschen Gemüt.

II.

Die lustigen Champagnergeister
Die drehen sich jetzt im Kreis
Und mir im Kopfe summet
Eine seltsam wirbelnde Weis'.

Sie glauben, dass ich trunken sei
Und wollen mit mir spielen;
O hütet euch, im Rausche erst
Erwachen die bösen Grillen.

Denn wenn ich oft recht toll gelacht,
Gescherzt und mich heiser gesungen:
Hab' ich zu übertäuben gesucht
Meine lauten Erinnerungen.

III.

»Wie Jener im Rausch noch denken kann?«
Ihr meint wohl, dass die Gedanken,
So wie die schweren Füße
Auch immer knicken und schwanken.

Mein Leben ist ein langer Rausch,
Und weil ich dabei viel gedacht,
So hat mich das viele Denken
Zuletzt noch nüchtern gemacht.


Das Gedicht "Champagner" stammt von   (1839 - 1901).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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