Mir ist zu licht zum Schlafen,

Der Tag bricht in die Nacht,

Die Seele ruht im Hafen,

Ich bin so froh erwacht.

 

Ich hauchte meine Seele

Im ersten Kusse aus,

Was ist′s, daß ich mich quäle

Ob sie auch fand ein Haus.

 

Sie hat es wohl gefunden

Auf ihren Lippen schön,

O welche sel′ge Stunden,

Wie ist mir so geschehn!

 

Was soll ich nun noch sehen?

Ach, alles ist in ihr.

Was fühlen, was erflehen?

Es ward ja alles mir.

 

Ich habe was zu sinnen,

Ich hab′, was mich beglückt:

In allen meinen Sinnen

Bin ich von ihr entzückt.

Alternativer Titel: Morgendliches Entzücken


Das Gedicht "Mir ist zu licht zum Schlafen..." stammt von   (1781 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte