(Aus Franken.)

 

Ich habe mein Herz in deines hinein geschlossen,

Darin liegen begraben

Drei güldene Buchstaben,

Der erste ist von rothem Gold,

Daß ich dir bin von Herzen hold;

Der ander ist von Edelstein,

Ich wollt du wärst die Liebste mein;

Der dritt, der ist von Sammet und Seiden,

Du sollst all andere meiden;

So wünsch ich dir ein güldenes Schlafkämmerlein,

Von Kristall ein Fensterlein,

Von Sammet ein Bett,

Von Zimmet eine Thür,

Von Nägelein ein Riegel dafür,

Von Muskaten eine Schwell

Und mich zu deinem Schlafgesell.

 

Dieses wünsch ich der Hübschen und Feinen,

Der Zarten und Reinen,

Der Tugendreichen,

So nicht ihres gleichen,

Wir wollen Freund sein

Bis in das Grab hinein.

Hiermit bist du tausendmal geküßt auf deine Hand,

Das geh ich dir zum Unterpfand,

Ich schick dir ein Gruß von Sammet und von Gold,

Du bist mir lieb und ich dir hold,

So werd ich hernach dir Freund doch bleiben,

So lange die Rosse den Wagen thun treiben,

So lange der Main schwimmet durch den Rhein,

So lange werd ich der Freund doch sein;

Geschrieben im Jahr,

Da die Liebe Feuer war,

Ob schon die Augen gleich weit von einander

Ein Herz doch allzeit liebet das andre,

Den Namen will ich nicht nennen,

Wenn du mich liebst, wirst du mich wohl kennen.


Das Gedicht "Epistel, 1." stammt von   (1781 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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