Mündlich.

 

Heute marschieren wir,

Morgen marschieren wir,

Zu dem hohen Thor hinaus,

Ey du wacker schwarzbraun Mägdlein,

Unsre Lieb ist noch nicht aus.

 

Reist du schon fort?

Reist du denn schon fort?

Kommst du niemals wieder heim?

Und wenn du kommst in ein fremdes Ländchen,

Liebster Schatz vergiß mein nicht.

 

Trink du ein Gläschen Wein,

Zur Gesundheit mein und dein,

Kauf mir einen Strauß am Huth,

Nimm mein Tüchlein in die Tasche,

Deine Thränlein mit abwasch.

 

Es kommt die Lerche,

Es kommt der Storch,

Es kommt die Sonne ans Firmament.

In das Kloster will ich gehn,

Weil ich mein Schätzchen nicht mehr thu sehen,

Weil nicht wiederkommt mein Schatz!

 

»Dorten sind zwey Turteltäubchen,

Sitzen auf dem dürren Ast,

Wo sich zwey Verliebte scheiden,

Da verwelket Laub und Gras,

Was batt mich ein schöner Garten,

Wenn ich nichts darinnen hab,

Was batt mich die schönste Rose,

Wenn ich sie nicht brechen soll,

Was batt mich ein jung frisch Leben,

Wenn ichs nicht der Lieb ergeb?«


Das Gedicht "Abschied für immer" stammt von   (1781 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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