Mündlich.

 

Sterben ist eine harte Buß,

Weiß wohl daß ich sterben muß,

Und ein Röslein rosenroth

Pflanzt mein Schatz nach meinem Tod.

 

Wenn ich mal gestorben bin,

Wo begrabt man mich denn hin?

Schau nur in den Kirchhof nein,

Da wird noch ein Pläzlein seyn!

 

Wachsen schöne Blümlein drauf,

Geben dir ein schönen Straus.

Ach was hilft ein Röslein roth,

Wenn es blüht nach Liebes Tod!

 

Dort hinein, und nicht hinaus,

Trägt man mich ins Grabeshaus,

Habs gesehen in der Nacht,

Hats ein Traum mir kund gemacht.

 

Auf den Kirchhof wollt ich gehn,

Thät das Grab schon offen stehn,

Ach das Grab war schon gebaut,

Hab es traurig angeschaut.

 

War wohl sieben Klafter tief,

Drinnen lag ich schon und schlief,

Als die Glock hat ausgebraußt,

Gingen unsre Freund nach Haus.

 

Sterben ist ein harte Pein,

Wenns zwey Herzallerliebste seyn,

Die des Todes Sichel scheidt,

Ach das ist das größte Leid.

 

Denn was hilft ein Blümelein,

Wenn es heißt ins Grab hinein;

Ach was hilft ein Röslein roth,

Wenn es blüht nach Liebes Tod.


Das Gedicht "Ach was hilft ein Blümelein" stammt von   (1781 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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