Mündlich.

 

O Bremen, ich muß dich nun lassen,

O du wunderschöne Stadt,

Und darinnen muß ich lassen

Meinen allerschönsten Schatz.

 

Wir haben oft beisamm gesessen,

Manche schöne Monden-Nacht,

Manchen Schlaf zusamm vergessen,

Und die Zeit so zugebracht.

 

Mein Koffer rollt, der Morgen kühlet,

Ach, die Straßen sind so still,

Und was da mein Herze fühlet,

Nimmermehr ich sagen will.

 

Der Weg mich schmerzlich wieder lenket

Hin, wo Liebchen sah herab,

Daß sie ja noch mein gedenket,

Drück ich zwei Pistolen ab.

 

Bald jagt vor dir in diesen Gassen,

Manches Windlein dürren Staub,

Meine Seufzer sinds, sie lassen

Vor dir nieder trocknes Laub.

 

So steh ich wirklich nun im Schiffe,

Meinen Koffer seh ich drauf,

Wie der Schiffer herzhaft pfiffe,

Zogen wir wohl Anker auf.

 

Ich seh den Sturmwind rauschend gehen,

O mein Schiff hat schnellen Lauf,

Wird es wohl zu Grunde gehen,

Wanket nicht Gedanken drauf.


Das Gedicht "Abschied von Bremen" stammt von   (1781 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte