(Lobwasser der luth. Rotenburg an der Tauber 1618. S. 377.)
Wie steht ihr allhie und wartet mein,
Und meint, ich soll eure Vorsingerin seyn,
Soll ich denn nun singen, so höret mir zu,
Im Gesetz ist weder Rast noch Ruh.
Das Gesetz richtet nichts denn Zoren an,
Und kein Mensch lebet, der es halten kann,
Nun muß es dennoch erfüllet seyn,
Darum schickt Gott seinen Sohn herein.
Derselbig ist worden unser Schild,
Er hat des Vaters großen Zorn gestillt,
Denn er hat dem Gesetz genug gethan,
Für jedermann, der nur glauben kann.
Es hat ihn kostet sein rosenfarbig Blut,
Am Kreutz trug er alles uns zu gut,
Des saget Lob und Dank in Ewigkeit,
Daß er uns behüt vor allem Leid. Amen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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