Sie liebte ihn, er liebte sie,
Sie liebten sich beide erstaunlich.
Im ganzen England gab es nie
Eine Liebe so treu und erbaulich.

Doch gilt in England von Alters ein Satz,
Ich weiß nicht, ob noch wo anders:
"Und wer auch noch so liebt seinen Schatz,
Darf lieben daneben noch Andres."

Sie liebte die Rübe, den Rettich sehr,
Der Streit drüber wollte nicht end'gen;
Über derlei hält es in England schwer,
Sich untereinander verständ'gen.

Da gab es in England böse Zeit,
Man schlug sich um Rettich und Rübe,
Und um den Rettich- und Rübensaft
Zerging die süßeste Liebe.

Ja lebten nur beide, wo du und ich
Und die Kultur viel weiter,
Sie liebten nun beide den Rüberettich
Und liebten und lebten noch weiter.


Das Gedicht "Rüberettich" stammt von   (1798 - 1871).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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