Was bin ich alter Bösewicht

So wankelig von Sinne.

Ein leeres Glas gefällt mir nicht,

Ich will, das was darinne.

 

Das ist mir so ein dürr Geklirr;

He, Kellnerin, erscheine!

Laß dieses öde Trinkgeschirr

Befeuchtet sein von Weine!

 

Nun will mir aber dieses auch

Nur kurze Zeit gefallen;

Hinunter muß es durch den Schlauch

Zur dunklen Tiefe wallen. -

 

So schwank ich ohne Unterlaß

Hinwieder zwischen beiden.

Ein volles Glas, ein leeres Glas

Mag ich nicht lange leiden.

 

Ich bin gerade so als wie

Der Erzbischof von Köllen,

Er leert sein Gläslein wuppheidi

Und läßt es wieder völlen


Das Gedicht "Wankelmut" stammt von   (1832 - 1908).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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