Im Ameishaufen wimmelt es,
Der Aff' frisst nie Verschimmeltes.

Die Biene ist ein fleißig Tier,
dem Bären kommt dies g'spaßig für.

Die Zeder ist ein hoher Baum,
Oft schmeckt man die Zitrone kaum.

Das wilde Dromedar man koppelt,
Der Dogge wächst die Nase doppelt.

Der Esel ist ein dummes Tier,
Der Elefant kann nichts dafür.

Im Süden fern die Feige reift,
Der Falk am Finken sich vergreift.

Die Gems' im Freien übernachtet,
Martini man die Gänse schlachtet.

Der Hopfen wächst an langer Stange,
Der Hofhund macht dem Wandrer bange.

Trau ja dem Igel nicht, er sticht,
Der Iltis ist auf Mord erpicht.

Johanniswürmchen freut uns sehr,
Der Jaguar weit weniger.

Den Kakadu man gern betrachtet,
Das Kalb man ohne weiters schlachtet.

Die Lerche in die Lüfte steigt,
Der Löwe brüllt, wenn er nicht schweigt.

Die Maus tut niemand was zuleide,
Der Mops ist alter Damen Freude.

Die Nachtigall singt wunderschön,
Das Nilpferd bleibt zuweilen stehn.

Der Orang-Utan ist possierlich,
Der Ochs benimmt sich unmanierlich.

Der Papagei hat keine Ohren,
Der Pudel ist meist halb geschoren.

Das Quarz sitzt tief im Berges-Schacht,
Die Quitte stiehlt man bei der Nacht.

Der Rehbock scheut den Büchsenknall,
Die Ratt' gedeihet überall.

Der Steinbock lange Hörner hat,
Auch gibt es Schweine in der Stadt.

Die Turteltaube Eier legt,
Der Tapir nachts zu schlafen pflegt.

Die Unke schreit im Sumpfe kläglich,
Der Uhu schläft zwölf Stunden täglich.

Das Vieh sich auf der Weide tummelt,
Der Vampir nachts die Luft durchbummelt.

Der Walfisch stört des Herings Frieden,
Des Wurmes Länge ist verschieden.

Die Zwiebel ist der Juden Speise,
Das Zebra trifft man stellenweise.


Das Gedicht "Naturgeschichtliches Alphabet" stammt von   (1832 - 1908).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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