Abenddämmern trüb und fahl,

Tiefe Stille webt im Thal.

Schleier rings die Berge kränzt,

Selten nur ein Stern erglänzt.

Wellen zieh'n und Winde rauschen,

Träumend neig' ich mich, zu lauschen

Und mir dünkt, daß Höh'n und Tiefen

Und die Wälder all' mich riefen.

Unbegreiflich Heimathsehnen –

Strömt hervor mir heiße Thränen.

Seele möcht' den Leib' verlassen,

Möchte gern ein Ewiges fassen:

Das in süßem Friedgewähren

Sie entrückt in holde Sphären ...


Das Gedicht "Abenddämmern" stammt von   (1864 - 1913).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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