Ein Halm, der macht mich heute froh.

Er sagte, mir solle Gutes geschehen.

Ich maß an einem Stück Stroh,

wie ich bei Kindern oft gesehen.

Nun hört, ob ich in ihrem Herzen ruh:

"Sie liebt, liebt nicht, sie liebt."

Wie ich auch dehnt die Hände

"Sie liebt mich", hieß es stets am Ende.

Des war ich froh; nur - Glaub′ gehört dazu.


Das Gedicht "Halmorakel" stammt von   (1169 - 1229).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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