Sieh, dort strebt mit Jünglingsmute,
Wie Kristalle rein und hell,
Von der eignen Kraft gehoben,
Himmelwärts der Silberquell.

Immer höher, immer höher
Sprudelt er in Sonnenglut,
Wenn er oben kaum verstoben,
Wächst er auf mit neuer Flut.

Und das reine Licht des Tages
Bricht sich im kristallnen Strahl,
Und den schönsten duft'gen Schleier
Webt der Farben heil'ge Zahl.

Ach, so steigt auch all mein Streben
Durch die Wolken himmelwärts,
So durchflammen tausend Wünsche
Glühend mein begeistert Herz.

Aber wie der Kreis der Farben
Sich im reinen Licht vermählt,
Sind auch alle meine Wünsche
Nur von einer Glut beseelt.

Und es ist der Liebe Sehnsucht,
Die den Busen mächtig schwellt,
Mit der Ahnung leisem Schauer
Wie ein Traum aus jener Welt.


Das Gedicht "Bei einem Springbrunnen" stammt von   (1791 - 1813).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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