Feige Sinnen weiche sind,

Weichen, wie von jedem Wind

Wird ein Wetterhahn gedrehet.

Großer Muth steht unverwandt,

Fest gegründet auf Bestand,

Den kein Nordensturm umwehet.

 

Laß die Wellen brausen her,

Laß die Winde sausen sehr,

Laß den heißen Mittag stechen:

Unglück, Noth und Ungemach,

Selbst der Tod ist viel zu schwach,

Einen festen Muth zu brechen.

 

Wer den Dank erlaufen will,

Muß durchaus nicht halten still,

Bis er hat das Ziel erreichet.

Kämpfen bringet keine Kron′,

Wenn man eher läßt davon,

Als der Feind bezwungen weichet.

 

Durch Bestand die Tugend wird

In Vollkommenheit geführt,

Eingepflanzt in das Gemüthe,

Daß der Wille nichts mehr will,

Als was dem Verstand gefiel,

Tugend wallet im Geblüte.

 

Endlich doch behält Bestand

Wohl vergnügt die Oberhand,

Siehet seine Sorgenwende.

Laß denn nichts dich führen ab,

Denk′, daß nur Belohnung hab′,

Wer beharret bis an′s Ende.


Das Gedicht "Beständigkeit" stammt von   (1626 - 1681).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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