Ich bin so schwach, ich bin so matt,
Seit man aus mir genommen hat
Mein Kindlein, das süße, das runde
Mit dem wunderlieblichen Munde,
Den Bäcklein so rosig, den Äuglein voll Glanz,
Darin sich die Welt mir spiegelt ganz!
Mein Kindlein, ich lieb′ es so innig, so wahr!
Denn ′s ist eine Perle, ganz echt, ganz rar!
Und leid′ ich nun auch die gleichen Qualen
Wie die Auster, der man aus den Muschelschalen
Entnommen die Perle, so mag ich denn sterben,
Stolz: meine Perle der Welt zu vererben!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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