Die schöne Reande saß einsten alleine,

Und seufzte von Herzen nach ihren Galan:

Inzwischen kam Lamus und hörte diß an:

Und sagte: Mein Kindgen! wohlan! ich erscheine,

Damit sich mein Herze mit deinem vereine.

Sie nennten die Treue den irrigen Wahn,

Und sagten, wir denken jetzunder nicht dran.

Sie scherzten und schliefen biß Abends um Neune.

Im Augenblick kame Reandens Gemahl,

Erwischte die Beyde, und rufte die Knechte,

Die kamen mit glüenden Eisen zum Saal:

Man brante den Lamus ein N und ein B,

Da schrie der Ritter erbärmlich Au! weh!


Das Gedicht "Auf eine gewisse artige Liebes-Begebenheit" stammt von   (1711 - 1740).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Weitere gute Liebesgedichte zum schmökern.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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