Was wündscht die Welt doch mehr / was kan sie mehr begehren /

Alß wenn der Höchste ihr der Bitte wil gewehren /

wenn sie / durch Zuversicht / ihn fleissig ruffet an /

um einen treuen Freund / der viel uns dienen kan?

Ist man in Todes Noht / wird man mit tausend Plagen

gemartert und betrübt / wenn wihrs dem Freunde klagen /

so hilfft er uns so viel / alß er uns helffen kan /

wir nehmen / vor die Taht / von ihm den Willen an;

Und kan er uns nicht mehr in unsern Nöhten schüzen;

so mag ein guhtes Wort uns mehr als silber nüzen;

Ein Wort / ein guhtes Wort / das recht von Herzen geht /

das nicht nur wegen Zier allein zu loben steht /

ist besser noch als Gold / eß helt uns recht das Leben /

man stirbt auch ohne das / eh Gott die Zeit gegeben;

Drüm ist ein guhter Freund das beste das man liebt /

das höchste / das man wündscht / und dem man sich ergiebt;

Hab ich gleich nicht viel Gelt / hab ich gleich nicht viel Güter /

so lieb und halt ich hoch die Treue der Gemüter;

Wohl dem der üm und ümb kan bey den Freunden sein /

und sterben endlich auch in ihrer Augenschein.


Das Gedicht "Ein Freund ist das bäste, das man liebet" stammt von   (1621 - 1638).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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