Um Mitternacht in ernster Stunde,
Tönt oft ein wundersamer Klang:
′S ist wie aus liebem Muttermunde
Ein freundlich tröstender Gesang.
In süßen, unbelauschten Thränen
Löst er des Herzens bange Pein,
Und alles unmuthvolle Sehnen
Und allen Kummer wiegt er ein.
Als käm′ der Mai des Lebens wieder,
Regt sich′s im Herzen wunderbar:
Da quillen Töne, keimen Lieder,
Da wird die Seele jung und klar.
So tönt das stille Läuten,
Doch ich versteh′ die Weise nie,
Und nur mitunter möcht′ ich′s deuten
Als wär′s der Kindheit Melodie.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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