Mein weißer Schwan vor mir, noch ziehn wir leise

auf dunkler Flut durch unser Morgengrauen,

zur blassen Ferne, wo die Wellenkreise

dem jungen Tage hoch entgegenblauen.

 

So lassen wir uns tragen, weiter tragen,

und golden wird der dunkle Wasserbogen,

bis wir die seligen Inseln sehen ragen

im Glanz der Frühe aus den stillen Wogen.

 

Da wirst du losgeknüpft von meinen Zügeln,

der Nachen säumt, wir sind am Heimatlande;

da dehnst du dich mit ausgespannten Flügeln

und steigst hinauf mit mir zum hellen Strande.

 

Und von den Höhen wird ein Singen wehen,

die Bahn zum Licht zu weisen auch den Brüdern,

und durch die Tiefen wird ein Klingen gehen

von großem Glück: aus meinen Schwanenliedem.


Das Gedicht "Landung" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte