Du sollst nicht dulden, daß dein Schmerz dich knechte;

du bist so gern vor Freude wild.

Komm vor den Spiegel! - Oh, wie schwillt

dein düstres Haar, wie lebt dein Bild,

wie blüht dein Mund -: als wenn durch Nächte

der Blitze bläuliches Geflechte,

der Honigduft der roten Disteln quillt!

Dein weißes Kleid ist wie zum Hohne

mit türkischen Märchenblumen toll durchzackt.

Ich träume dich auf schwarzem Throne.

Du bis verschleiert bis zur Krone.

Doch wärst du keusch wie Magelone,

wir Träumer sehen alles nackt!

 

Gib her, gib her den Trauerschleier,

ich reiß ihn lachend dir entzwei!

Ich bin dein Einziger, dein Befreier,

dein Herr! - Was starrst du so ins Feuer,

so schmerzhaft? - O verzeih - verzeih -


Das Gedicht "Enthüllung" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte